keine Studiengebühren mehr

Sunday, April 26, 2009 7:27 AM Posted by Someone

Wirtschaftliche Konsequenzen

Auch Städte, die auf die Studenten als Kaufkraft angewiesen sind – was in dieser Art von Stadt keine Seltenheit ist –, werden unter den Studiengebühren leiden. Wenn in großen Universitätsstädten plötzlich mehrere Zehntausend Studenten 1.000 € weniger im Jahr zur Verfügung stehen, kommen unter dem Strich sogar zweistellige Millionenbeträge zusammen, die anschließend nicht mehr frei zur Verfügung stehen, und somit nicht abends am Wochenende „verprasst“ werden können. Anfangs mag dies kaum spürbar sein, auf längere Sicht gesehen werden sich dadurch jedoch erhebliche wirtschaftliche Nachteile für die Standorte einstellen.

Benachteiligung für die Schwachen

Gemeint sind hier die finanziell schlecht gestellten Familien, in denen die Erhebung von Studiengebühren schon dafür sorgen kann, das ein Studium nicht mehr möglich oder sinnvoll erscheint. Man kann zwar dafür sorgen, dass man die Studiengebühren auch als zinsloses Darlehen erwirken kann – auch hier kommt es jedoch wieder auf die einzelnen Bundesländer an –, allerdings muss dieses Darlehen natürlich auch zurückgegeben werden. Wenn man nun vor der Aussicht steht, dass man vielleicht fünf Jahre lang studieren wird, sammeln sich dort Studiengebühren in Höhe von 5.000 € an. Man hat das Studium abgeschlossen, ist noch nicht einmal in die Arbeitswelt gestartet, und hat bereits 5.000 € Schulden im Gepäck – keine schöne Vorstellung. Unter Umständen kann dies die weitere Planung des noch jungen Lebens so sehr durcheinander werfen, dass der Gedanke an ein Studium lieber schon vorher begraben wird.

Als konkretes Beispiel dient hier das Land Österreich, das im Anschluss an die Erhebung landesweiter Studiengebühren einen Rückgang der Einschreibungen an den Universitäten im unteren zweistelligen Prozentbereich verzeichnen musste. Das beweist, dass selbst diese auf den ersten Blick nicht besonders hohen Beträge einen gewissen Abschreckungsfaktor nicht leugnen können. Wer weiß, wie vielen mehr oder weniger genialen Köpfen der Zugang zu Universitäten verwehrt bleibt, und das aus einem so banalen Grund wie Geld. Auch aus Deutschland gibt es genauere Zahlen, die in diesem Fall der Hochschul-Informations-System GmbH zu verdanken sind. So haben sich im Jahr 2006 18.000 Abiturienten gegen ein Studium entschieden, mit der alleinigen Begründung, dass sie die Studiengebühren nicht aufbringen könnten. Auch hier waren es hauptsächlich Familien, deren finanzielle Mittel für dieses Wagnis nicht ausreichten.

Noch schlimmer trifft es ausländische Bürger, die gerne in Deutschland studieren möchten. Hessen beispielsweise hält sich das Recht vor, für ausländische Studenten, die nicht Mitglied eines EU-Staates sind, Gebühren in Höhe von bis zu 1.500 € zu erheben. Dass dies nicht unbedingt auf viel Gegenliebe stößt und dafür sorgt, dass sich Ausländer lieber zweimal überlegen werden, ob sie wirklich in Deutschland studieren möchten, ist offensichtlich