der dominoeffekt

Sunday, April 26, 2009 7:27 AM Posted by Someone

Studiengebühren können eine ganze Reihe von negativen Konsequenzen mit sich bringen, die alle eng miteinander verwoben und damit kaum zu bekämpfen sind. Studenten haben nicht umsonst den Ruf, finanziell eher nicht so berauschend aufgestellt zu sein. Wie auch, denn für das Studieren an sich bekommt man (leider) keinen Lohn. Wenn man nicht gerade aus einem Haus kommt, das sich finanziell keine Gedanken um das Studium des Sprösslings machen muss, kann es daher sehr schnell sehr eng werden.

Ein kleines Beispiel verdeutlicht dies:

Max Mustermann muss plötzlich, neben den Semesterbeiträgen, auch noch 500 € Studiengebühren pro Semester aufbringen. Die zusätzlichen 1.000 € pro Jahr muss er sich irgendwie dazuverdienen. Sicher, 1.000 € sind auf ein Jahr gerechnet nicht viel, irgendwo müssen sie aber trotzdem herkommen. Also geht Max arbeiten, was ihn wiederum davon abhält, seinem Studium vollständig nachgehen zu können. Viele Studenten arbeiten zwar nebenbei, allerdings kommt es hier stark auf den Studiengang an. Einige Richtungen haben von sich aus einen eher geringen Lernanteil, den der Student zu Hause erfüllen muss. Andere Studenten hingegen sind froh, wenn sie neben dem Studium auch mal eine Stunde Freizeit in der Woche haben.

Wenn unser Max also unglücklicherweise einen der Studiengänge gewählt hat, die ein intensives Engagement auch abseits der Vorlesungen voraussetzen, hat er ein Problem, denn neben der Miete für die Wohnung, Lebensmittel und anderen Ausgaben muss er nun plötzlich noch für die Studiengebühren arbeiten gehen – das Studium selbst bleibt dabei auf der Strecke. Somit könnte es sein, dass sich einige Hochschulen bei der Erhebung von Studiengebühren ein Eigentor schießen, denn anstatt die Lernwilligen jetzt besser bedienen zu können, werden diese schlichtweg aus Zeit- und Geldmangel nicht mehr dazu in der Lage sein, ihre Konzentration ausschließlich auf das Studium richten zu können.